Der Fliesenverbrauch wächst 2011 im zweiten Jahr in Folge
Begünstigt durch eine stabile Bautätigkeit wuchs der Inlandsverbrauch keramischer Fliesen und Platten im Jahr 2011 auf ca. 117,4 Mio. m². Die Mitglieder des Industrieverbands Keramische Fliesen und Platten konnten ihre Position in diesem international hart umkämpften Markt behaupten.



Deutschland verzeichnet 2011 einen stabilen konjunkturellen Aufschwung
Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv. Das Bruttosozialprodukt stieg in 2011 auf +3,0 %. Anders als in den Vorjahren konnte auch die Bauwirtschaft von dieser Entwicklung profitieren.



Hochbau erstarkt
Der Bausektor hat sich nach der Bankenkrise 2008/2009 erholt und im Jahr 2011 spürbar zugelegt: Die Bauinvestitionen im Hochbau legten um 5,9 % gegenüber dem Vorjahr zu.
Auch in der mittelfristigen und längerfristigen Perspektive erscheint der Hochbau als eine stabile Größe. Die Hochbaugenehmigungen zeigen mit +21,6 % im Wohnungsbau und +21,4 % im Wirtschaftsbau den positiven Trend. Lediglich im öffentlichen Hochbau sind die Sparbemühungen der öffentlichen Haushalte deutlich zu spüren – mit einem Rückgang der Baugenehmigungen um -17,7 %
Neben dem Neubau nimmt die Renovierung auch für den Absatz keramischer Fliesen eine zunehmend wichtige Rolle ein. Mehr als 2/3 aller Investitionen werden für die Sanierung und Renovierung eingesetzt.

 

Fliesenverbrauch in 2011 erneut gestiegen
In 2011 liegt der Absatz keramischer Fliesen bei ca. 117,4 Mio. m² und somit ca. +7,3 % über dem Vorjahr. Ausschlaggebend für diesen Zuwachs ist die gute baukonjunkturelle Lage in Deutschland. Die boomende Wirtschaft wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt und das Verbrauchervertrauen aus. Einhergehend mit historisch niedrigen Zinsen begünstigt dieses Umfeld die Bereitschaft, in die eigene Immobilie zu investieren. Dieser Trend, die "Flucht in die Immobilie", verstärkt sich durch das Misstrauen gegenüber den Kapitalmärkten sowie die Verunsicherung der Verbraucher aufgrund der hohen Staatsverschuldung.
Zudem konnte die Fliese gegenüber anderen Belagsmaterialien Terrain wettmachen. Dies zeigt, dass die von den Herstellern im Industrieverband vor vier Jahren initiierte und sehr erfolgreiche Imagekampagne für Fliesen greift. Inzwischen ist die Fliese wieder in den Medien und den Köpfen der Verbraucher verstärkt präsent.

 


fliesenmarkt 710

 

Leichte Erholung in der Produktion keramischer Fliesen
Nach einem Einbruch der Produktion um fast -24,5 % von 2007 bis 2009 hat sich diese im Rahmen der aufstrebenden Bautätigkeit in 2011 wieder erholt. Mit einem Plus von +8,7 % stieg die Produktion keramischer Fliesen auf insgesamt 54,8 Mio. m².


Deutsche Hersteller steigern Absatzquote ins Ausland
Die deutschen Fliesenproduzenten konnten ihre Exporte trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfeldes im Ausland durch engagierte und gezielte Maßnahmen um knapp 3 Mio. m² (+8,1 %) auf insgesamt 26,9 Mio. m² steigern.
Österreich, Frankreich und die Schweiz liegen an der Spitze deutscher Fliesenexporte. Während die Exporte in diesen Märkten stabil blieben, verbesserten sich die Exporte in andere Ländern und Regionen um ca. +9 %.

 

produktion deutschland fliesen 1



Fliesenimporte nach Deutschland legen zu
Deutschland ist für ausländische Hersteller ein begehrter Markt. Sie haben daher ihre Aktivitäten auf dem deutschen Markt deutlich verstärkt. Der Wettbewerb ist ausgeprägt und nimmt weiter zu.
Die Importe nach Deutschland sind vor diesem Hintergrund mit +6,2 % deutlich gestiegen. Der größte Anteil ausländischer Ware kommt unverändert aus Italien, während China trotz geringer Rückgänge seine Position als zweitstärkstes Lieferland festigen konnte. Größere Zuwächse konnten die Türkei (+18,7 %) und Polen (+23,0 %) verzeichnen.

 

Ausblick 2012
Die Indikatoren, insbesondere die weiter steigende Zahl der Baugenehmigungen, weisen auf eine robuste und wachsende Bautätigkeit im laufenden Jahr hin. Die Realisierung der Genehmigungen wird jedoch in besonderem Maße vom Verbrauchervertrauen beeinflusst und dieses von der Fähigkeit der Mitgliedsstaaten, die Risiken im Zusammenhang Euro-Krise in den Griff zu bekommen.

Alles in allem rechnet der Industrieverband für 2012 mit einem weiteren leichten Wachstum des Inlandsverbrauchs um ca. 2-3 %.
Der zunehmende Druck aus dem Ausland wird die Wettbewerbssituation weiter verschärfen. Den deutschen Fliesenherstellern werden zudem Preissteigerungen im Energie- und Rohstoffbereich sowie behördliche Erschwernisse erheblich zu schaffen machen.

Industrie treibt Qualitätsinitiative voran
Die deutsche Industrie wird ihre erfolgreiche Imagearbeit für die "keramische Fliese" unter der Flagge der Qualitätsinitiative "Deutsche Fliese" weiter vorantreiben, um auf diesem Wege eine bessere Wahrnehmung der Vorzüge keramischer Beläge für eine breitere Schicht potentieller Kunden zu schaffen. Im vergangenen Jahr erzielten die Botschaften für die Fliese eine Reichweite von über 150 Mio. Leser.

Unternehmen setzen Maßstäbe in punkto Umweltschutz
Die Mitgliedswerke des Industrieverbandes setzen bereits heute international in punkto Umweltschutz und Energieeffizienz Maßstäbe. Zu den selbstverständlichen Standards in deutschen Werken gehören z.B. Wärmerückgewinnung und die abwasserlose Wasserwiederaufarbeitung. Die deutsche Industrie bemüht sich weiterhin um eine zusätzliche Steigerung ihrer Energieeffizienz und hofft beim Vertrieb ihrer Produkte darauf, dass Verbraucher derartige Anstrengungen zunehmend honorieren: Deutsche Fliesen sind umwelt- und ressourcenschonend hergestellt, sind ein von Haus aus natürliches und gesundes Baumaterial und sichern deutsche Arbeitsplätze.
Rückblick 2011– Ausblick 2012


credit: fliesenverband.de