Braunschweiger Judo Club e. V.-Fitness- und Freizeitsportzentrum
Headerimage1 Headerimage2 Headerimage3 Headerimage4

Herzlich Willkommen beim Braunschweiger Judo Club e. V.

Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222

Erste Ansätze

Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222

Schon vor langer Zeit erkannten Ärzte und Pädagogen den hohen Wert des Judosports im Hinblick auf die Körper- und Persönlichkeitsbildung. Vor 1970 wurde dieser Wert aber im Hinblick auf behinderte Menschen nie systematisch erforscht und genutzt. Man hörte nur vereinzelt von Sportkameraden, die trotz einer im Krieg erworbenen Behinderung (Sehschädigung, Amputation) den Judosport ausübten und hier einen wichtigen Beitrag sahen, um im nachsoldatischen Leben wieder Fuß zu fassen.

Seit Beginn der 70er Jahre begannen nun einige Judotrainer, die gemachten positiven Erfahrungen dahingehend zu nutzen, dass sie speziell für bestimmte Zielgruppen den Judosport anboten. Einer der Vorreiter dieser Arbeit war der Wolfsburger Kinderarzt Dr. Khosrow AMIRPOUR, der als medizinischer Leiter des Zentrums für Entwicklungsdiagnostik und soziale Pädiatrie in Wolfsburg Judo für die körperbehinderten Kinder anbot, die als Patienten zu ihm kamen. Mit dem Angebot verfolgte er das Ziel, den Kindern Anreize im Bereich der Koordinationsfähigkeit und Kräftigung zu geben und somit eine interessante Alternative/Ergänzung zur Krankengymnastik zu bieten. Er stellte fest, dass sich bei vielen Kindern der Muskeltonus regulierte, psychosomatische Probleme verschwanden, die Selbstsicherheit stieg und sich die Koordinationsfähigkeit verbesserte.

Adolf GÄRTNER bot im Rehazentrum Neckargemünd seit 1972 Judo für Körperbehinderte Jugendliche an. Seine Erfahrungen verarbeitete er in einer Examensarbeit, bei der er die Go-Kyo auf ihre Eignung für Armdysmeliegeschädigten („Contergankinder“) überprüfte. Dabei ging er so vor, dass er den Betroffenen die entsprechenden Techniken zeigte und sie dann an behindertenspezifischen Lösungen arbeiten ließ. Die Ergebnisse flossen ein in die Entwicklung einer Prüfungsordnung für diese Zielgruppe.

Der Hamburger Judotrainer Reinhard LÖTJE erhielt Ende der 70er Jahre Kontakt zu einer Sonderschule für Sehbehinderte. Für Kinder und Jugendliche dieser Einrichtung hielt er ein Judoangebot innerhalb seines Judovereines vor. Mit einem Helferteam wurden die Schüler in die Vereinstrainingsstätte gebracht. Dort erlebten sie neben geeigneten Spielen auch Gymnastik und eine systematische Einführung in den Judosport. Lötje beobachtet, das im Bereich Mut, Orientierungsfähigkeit und Mobilität ein Zuwachs zu sehen ist. Auch das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Nach einem Jahr bestehen 14 seiner Schüler die Prüfung zum gelben Gürtel. Ähnlich Erfahrungen werden in diesen Jahren von verschiedenen Trainern an Blindenschulen gemacht (vgl. beispielsweise Geppert)

Der Schweizer Judotrainer Ricardo BONFRANCHI war in den 70er Jahren einer derjenigen, die entscheidende sportpädagogische Impulse in der Judoszene gesetzt haben. Er arbeitete mit dysmeliegeschädigten Jugendlichen, mit verhaltenauffälligen Kindern und als erster mit lern- und geistigbehinderten Sonderschülern. Er resümiert seine Arbeit dahin gehend, dass Judo für alle sonderpädagogischen Gruppen wichtige Impulse setzen kann und so zur Entwicklung von körperlicher Leistungsfähigkeit, zum Aufbau regelkonformen Verhaltens und zum Abbau von Aggression beitragen kann.

Ebenfalls seit Ende der 70er Jahre integrierte Lothar CLASSEN behinderte Judoka in seinen Verein JC Grenzach/Wyhlen. Zunächst konzentrierte er sich auf körperbehinderte Judoka, mit denen er auf Grund ihrer mangelnden Stehfähigkeit in einer integrativen Gruppe vorwiegend in der Bodenlage arbeitet. Später kamen dann geistigbehinderte Judoka dazu, die er allerdings innerhalb des Vereins in einer eigenen Gruppe betreute. Für Classen stand der Gedanke der Integration im Mittelpunkt der Überlegungen, die er mit Gürtelprüfungen und gemeinsamen Trainings bis hin zur Ausbildung behinderter Judoka zu Übungsleitern erreichen wollte.

Gemeinsam war den ersten Versuchen, Judo auch für Behinderte anzubieten, der pädagogische respektive therapeutische Gedanke: Wie gelingt es, durch dieses Bewegungsangebot, Funktionen, Einstellungen, Dispositionen zu verbessern bzw. behinderungsbedingte Einschränkungen zu mildern? Die Erfahrungen dieser Versuche wurden in sehr persönlich gefärbten Berichten der Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben.

Beginn systematischer Arbeit

Artikelzustand:
Neu mit Karton: Neuer, unbenutzter und nicht getragener Artikel, in der Originalverpackung (wie z. B. ... Mehr zum Thema Zustand
Marke: Spot On
Farbe: Schwarz Stil: Kniehohe Stiefel
Innenutter: Synthetik & Textil Verschluss: Reißverschluss
Präzise Absatzhöhe: 6.3cm Absatzhöhe: Mittlerer Absatz (3-5 cm)
Absatz Typ: Block EAN: Nicht zutreffend
Obermaterial: Synthetik & Textil Muster: kein Muster
.

Zu Beginn der Anfang 80er Jahre erkannte man, dass die verstreut vorgetragenen Ansätze des G-Judo zusammengefasst werden müssen und dass außerdem eine Erhebung von Erfahrungen auf diesem Gebiet deutlich systematischer und wissenschaftlicher erfolgen muss.

In der Folge gab es einige Veröffentlichungen, die den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens genügten und über das Niveau subjektiver Erfahrungsberichte hinaus gingen. Karl RUNKEL untersuchte in seiner Diplomarbeit an der Sporthochschule Köln, ob Kampfsportarten einen Platz im Behindertensport haben. Er zog dazu alle zur Verfügung stehenden Veröffentlichungen zu diesem Thema bei und fasste sie zusammen. Sein Ergebnis: Judo den vorliegenden Berichten zu Folge für viele Behinderte eine geeignete Sportart. Allerdings fehlt es an wissenschaftlichen Untersuchungen, die dies stichhaltig untermauern.

An diese Arbeit gingen dann Martin VON DEN BENKEN und Jochen VÖGTLE ebenfalls mit je einer Diplomarbeit an der Sporthochschule Köln. Sie führten gemeinsam einen Judokurs für zerebral bewegungsgestörte Jugendliche durch. Dieser Kurs wurde einerseits didaktisch/methodisch ausgewertet (von den Benken), andererseits wurden motorische Aspekte gemessen (Vögtle). Ergebnisse: Judo ist für gehfähige Spastiker eine geeignete Sportart. Mit geeigneten methodischen Mitteln (induktives Vorgehen) sind die Sportler in der Lage, Judobewegungen zu adaptieren. Außerdem kann Judo einen Beitrag leisten, dass bestimmte motorische Fähigkeiten, wie beispielsweise die Koordination, verbessert werden. Durch die vielseitige Beanspruchung des gesamten Körpers kann Judo bestimmte Funktionseinschränkungen mildern.

Jürgen INNENMOSER, Wolfgang JANKO und Jochen VÖGTLE legten 1992 das Gutachten ‚Judo als Rehasport’ vor. Sie untersuchten zunächst die Anforderungen, die an behinderungsgerechte Bewegungsangebote gestellt werden und glichen sie mit dem Profil der Sportart Judo ab. Unter Einbeziehung aller vorhandenen Untersuchungen zum Thema erstellten sie Leitlinien für die Durchführungsbedingungen, außerdem Zielbestimmungen und praktische Handreichungen für die Planung und –durchführung von Judokursen für behinderte Menschen. Zum Abschluss ihrer Arbeit kommen sie zu der Überzeugung, „…. dass der Einsatz von Judo zu sport- und bewegungstherapeutischen Zwecken in vielen Fällen und bei einigen Behinderungsarten im besonderen, geradezu notwendig, in jedem Fall hilfreich ist.“

Auch im Bereich der Zusammenfassung der vereinzelten Ansätze tat sich einiges. Der DJB ergriff die Initiative und lud die ihm bekannten Aktiven auf diesem Gebiet 1983 zu einer Konferenz nach Köln ein. Man lernte sich kennen, tauschte Erfahrungen aus und beschloss, dieses Treffen zu institutionalisieren. Es entstand der Arbeitskreis ‚Behindertenjudo’ des DJB dessen erster Vorsitzender Adolf Gärtner wurde. Dieser machte es sich zur Aufgabe, bundesweite Maßnahmen zu organisieren und möglichst viele Interessenten für diese Idee zu gewinnen, um G-Judo flächendeckend anbieten zu können. Im Mittelpunkt standen dabei die jährlich ausgerichteten ‚Sportfeste’, bei denen bis zu 250 behinderte Judoka aus dem Bundesgebiet zusammen kamen, um an einem Wochenende gemeinsam Judo zu erleben.

Besonders rasant entwickelte sich das G-Judo in NRW, wo mit Dr. Wolfgang Janko erstmals ein Beauftragter für Behindertenjudo im Vorstand des Landesverbandes installiert wurde und in Niedersachsen, das mit Martin von den Benken einen Hauptamtlichen einstellte, um das Judo für Behinderte weiter auszubreiten. Zur Ausbreitung des G-Judo wurden in beiden Verbänden Infoveranstaltungen für Träger der Behindertenarbeit abgehalten, Freizeitmaßnahmen für G-Judoka angeboten und Kontakte mit dem Behindertensport Verband geknüpft. Vor allem aber wurde Fachübungsleitern aus dem Judobereich die Arbeit mit Behinderten vorgestellt und Interessierte bekamen die Möglichkeit, sich auf diesem Gebiet aus- und fortbilden zu lassen.

Die Wettkampfproblematik

Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222Damen Damen Damen Spot on f50366 Schwarz Knielange Stiefel UK4 - UK8 (R12A) 359222.

Mit der flächendeckenden Ausbreitung des G-Judo rückte auch das Ausloten der therapeutischen Potenzen und der pädagogischen Interventionsmöglichkeiten in den Hintergrund. Wichtiger wurde es, einen attraktives und motivierendes Sportangebot für behinderte Menschen zu gestalten. Dazu gehörten neben vielfältigen Trainingsmöglichkeiten und überregionalen Lehrgangsangeboten auch kämpferische Vergleiche. Diese wurde seit Ende der 80er Jahre von den Betroffenen intensiv nachgefragt.

Die Entwicklung in Niedersachsen

Niedersachsen gehörte von Anfang an zu den Regionen, die im Bereich des G-Judo eine führende Rolle inne hatten. War es am Anfang Dr. Khosrow Amirpour gewesen, der erste Akzente setzte, so breitete sich der Gedanke zügig über ganz Niedersachsen aus. Unabhängig von einander entstanden bis Mitte der 80er Jahre an unterschiedlichen Orten Judoangebote für behinderte Menschen:

  • Im Braunschweiger JC wurde Honner Hornuss durch einen Vortrag von K. Amirpour auf die günstigen Auswirkungen des Judotreibens auf behinderte Menschen aufmerksam. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe gründete er in seinem Verein eine Judogruppe für geistig behinderte Erwachsene, die heute noch trainiert. Später kamen noch eine Gruppe für Jugendliche dazu und eine für körperbehinderte Kinder
  • Friedhelm Kückelhahn, in einer Person Vorsitzender des JC Osnabrück und Sportlehrer in den beschützenden Werkstätten, führte diese Aufgaben zusammen und gründete zunächst eine Judo-AG, die dann ein Dauerangebot im Judoclub wurde. Bis heute setzt er seine erfolgreiche Arbeit fort und führte auch viele geistig behinderte Judoka an den Wettkampf heran und bis in die nationale Spitze
  • An der Anne-Franck-Sonderschule für Körperbehinderte in Osnabrück leitete der Sonderschullehrer Bernd Eisermann zunächst eine Judo-AG. Dieses Angebot wurde so gut angenommen, dass in Spitzenzeiten bis zu 50 Schüler Judo trieben. Eine Kooperation mit dem Osnabrücker TB führte dazu, dass einzelne Schüler in diesen Verein eintraten und hier in einer Sondergruppe aktiv wurden. Teilweise wurden sie auch in Regelgruppen integriert und nahmen an allen Vereinsaktivitäten teil. Sogar bei Wettkämpfen für Nichtbehinderte und bei überregionalen Lehrgängen wurde gestartet.
  • Im Blindenzentrum Hannover bot Michael Kroker eine AG für Schüler der Sonderschule an. Auch hier entstanden in den Jahren mehrere Gruppen, in die später auch sehende Kinder und Jugendliche aufgenommen wurden. Mittlerweile ist diese integrative Judogruppe Mitglied im TK Hannover, trainiert aber immer noch in Räumlichkeiten des Blindenzentrums.
  • In Diepholz und Uelzen boten Gisela Haar und Dieter Warnecke Judo für geistig behinderte Menschen an. Beide leiten ihre Gruppen mit großem Erfolg bis heute.

Stark beeinflusst wurde die Entwicklung im NJV auch von Klaus-Peter Christ, Klaus Ewald und Rolf-Dieter Frey, die nacheinander jeweils für einige Jahre die Federführung im G-Judo in Niedersachsen inne hatten bzw. haben. In diesen Jahren gelang es, neue Maßnahmen zu platzieren (zwei tolle Tage), die Zusammenarbeit mit den BSN zu intensivieren und eine kaderartige Förderung für G-Judoka zu installieren.

Literatur

.

AMIRPOUR, K.: Judo als Rehabilitationssport für bewegungsgestörte Kinder und Jugendliche. Rehabilitationsverlag, Bonn 1985

BONFRANCHI, R.: Judo ein erziehungstherapeutischer Weg. Meyer und Meyer Verlang, Aachen 2002

CARMENI, B.: Judo for visually impaired Athlets. Eigenverlag, Cortina d’Ampezzo, 1997

CLASSEN, L.: Behinderte Sportler im Judo-Club. In: Das Band, 4, 1981

GÄRTNER, A.: Eignet sich Judo für den Sportunterricht mit Dysmelie-Kindern? Zulassungsarbeit zu 1. Dienstprüfung, Heidelberg 1972

INNENMOSER, J.: et al.: Judo als Rehasport. Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein, 1992

JANKO, W.: Judo mit Behinderten. In: Judo 24, 1994, 12-13

LÖTJE, R.: Judo mit sehbehinderten und blinden Kinder. In: Praxis der Psychomotorik, Heft 6, 1981, 109-113

VON DEN BENKEN; M.: Durchführung von Judounterricht mit cerebral Bewegungsgestörten. Diplomarbeit an der DSHS Köln, 1984

VÖGTLE, J.: Zur Frage der Realisierbarkeit eines Judokurses mit cerebral Bewegungsgestörten. Diplomarbeit, DSHS Köln 1984


© 2008-2018 Braunschweiger Judo Club e. V. Alle Rechte vorbehalten.
Erstellt mit Wordpress 5.0.2. --> Datenschutzerklärung für das Online-Angebot.